06. Juni 10 - RR
RegioLoop Much
Nachdem die vergangenen beiden Rennen, der letzten Woche, ein ziemliches Auf und Ab waren, hatte ich mir für den RegioLoop doch etwas mehr vorgenommen. Eigentlich wollte ich nicht ohne Zierde für die Vitrine wieder nach Hause fahren. Damit so ein Vorhaben nicht wieder nach hinten losgeht, hieß es also von Anfang an: Aufpassen und vorne fahren!
Aber jetzt von vorne: Nach den üblichen Vorbereitungen vor dem Start, inklusive gewonnener Startnummer abholen, gab es zur Abwechslung mal schwitzen anstatt frieren im Startblock. Wie ungewohnt, da läuft einem schon die Suppe vor dem Rennen und das nicht vom Regen…
Pünktlich eine viertel Stunde zu spät ging es endlich los. Vom Start weg wurde das Tempo ganz gut angezogen. Auf der ersten Runde über 20 km, wie geplant, direkt vorne eingereiht und etwas an der Tempoarbeit mitgearbeitet (eigentlich mach ich so was so früh im Rennen ja nicht ;-)). Aber je kleiner das Feld nach der ersten Runde, desto weniger Konkurrenz. Zu Beginn der zweiten Runde über 34 Kilometer, sind dann auch schon einige fliegen gegangen und das obwohl die ekligen Hügel erst noch kamen. Eklig nicht der Steigung wegen, sondern der Sonne, die einem auf freiem Feld auf den Kopp knallte. Von der Idee, die Elektrolytplörre aus der Flasche zur Motorkühlung über mich zu ergießen, habe ich dann doch schnell wieder abgesehen und gewartet, bis mir ein Wasserbecher „gereicht“ wurde.
Die zweite Schleife war dann auch schneller vorbei, als erwartet und mit einem Schnitt von knapp 40 km/h, war aus dem einstmals 132-köpfigen Starterfeld eine Spitzengruppe von etwa 30 Mann geworden.
Bis jetzt lief also alles nach Plan, die letzten 34 Kilometer mussten die Entscheidung bringen. Noch mal die Berg- und Talfahrt der zweiten Runde und am letzten Hügel vor dem Ziel, es waren noch etwa 15 km zu fahren, passierte dann das, was nicht hätte passieren dürfen: Sechs Fahrer konnten sich lösen und wer hat gepennt? – Ja klar, ich! Erst als die Sechs schon einen ordentlichen Vorsprung hatten, versuchte ich alleine wieder aufzuschließen. Aber erfolglos, keiner fuhr mit und solo hinterher zuheizen war dann doch etwas zu viel nach der letzten Woche. Immer auf Sichtweite fuhren wir also mit etwa 20 Fahrern der Spitzengruppe hinterher. Das war der Zeitpunkt, wo ich fast einen Anfall gekriegt hätte. Wieso um alles in der Welt bin ich hier der einzige, der versucht die da vorne wieder einzufangen? Kaum hatte ich letzteres „zu Ende gedacht“, kam auch schon Anno vom Rölten-Cycling-Team von hinten angebügelt und wir versuchten zusammen die Lücke zuzufahren. Aber auch hier: Zwecklos. Das ganze Pack hing uns wieder am Hinterrad.
So musste ich mich dann doch auf meine bekannt famosen, gefürchteten und nicht vorhandenen Sprintfähigkeiten verlassen. Wenn ich eins in Lizenzrennen gelernt habe, dann dass man so eine Schikane, wie sie vor dem Ziel auf uns wartete, falls man noch „Siegchancen“ hegt, auf jeden Fall als erster durchfahren muss. Gesagt getan, 200 Meter vor der Kurvenkombination alles was ging aus dem Feld rausgefahren, wie geplant als erster durch die 4 rechtwinkligen Kurven geknallt und mit 3 weiteren Fahrern im Schlepptau auf die, mit etwa 4% ansteigende Zielgerade. Die, die gerade noch hinter mir waren konnten es nicht abwarten, spurteten direkt an mir vorbei. Wobei Anno sofort abging, wie Reiner Calmund auf frisches Hack. Weg war er! Den beiden anderen sind dann die Beine explodiert, sodass ich dann doch nur noch einen vor mir hatte. Und, ich konnte es selber nicht glauben, auch den konnte ich kurz vor der Linie noch abfangen.
So gab es dann am Ende Platz 7 hinter der 6er Gruppe. Na super, wie ärgerlich.
Ich war eigentlich schon mit den Gedanken zu Hause, hatte gerade den Transponder zurückgegeben, als die Siegerehrung anfing. Na gut, dann guck ich mit die doch noch an.
Und wer war Sieger der Männerhauptklasse beim RegioLoop 2010?
Ja, unfassbar, ich. Konnte also doch noch mit ’nem Pokal die Heimreise antreten. Eine, am Ende, doch noch gelungene Entschädigung für die Quälerei bei der BZM und in Lüttringhausen…
Yannic Distel
LeXXi TeamTrikot24.de
Ergebnisse
Männer Hauptklasse 88 km in 2:12.50 h
Platz | Name | Team |
1. | Yannic Distel | LeXXi TeamTrikot24.de |
2. | Anno Dallmann | Röltgen Cycling Team |
3. | Dominik Nau | Komet Delia 90 |
Ergebnisse
Gesamtwertung Männer 88 km in 2:11.33 h
Platz | Name | Team |
1. | Jörg Baumgarten | Team Siebengebirge |
2. | Ingo Koßmann | Röltgen Cycling Team |
3. | Andreas Sundermann | Vermarc Cycling Team |
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7. | Yannic Distel | LeXXi TeamTrikot24.de |
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